In Folge des Parteitages der Piratenpartei und der Wahl von Bodo Thiesen in ein (wenn auch unbedeutendes) Amt der Partei, kam und kommt es zur Zeit im Internet zu heftigen Diskussionen.
Der Grund für diese Diskussionen sind Aussagen, die Thiesen getätigt haben soll.
Beispiele:

„Nun, bis vor einigen Monaten glaubte ich auch, daß diejenigen, die „Auschwitz leugnen“ einfach nur pupertäre spinner sind. Damals hatte ich aber auch noch nicht Germar Rudolf gelesen. Sorry, aber das Buch prägt einfach – zumindest wenn man objektiv ran geht. ‚ÄìBodo Thiesen 19:50, 15. Jul 2004″

„Wenn Polen Deutschland den Krieg erklärt hat (und das hat Polen
indirekt durch die Generalmobilmachung), dann hatte Deutschland *jede*
legitimation, Polen anzugreifen.“

Quelle: Indymedia

Zitiert nach ruhrbarone.de

(Weitere Beispiele finden sich auch auf fixmbr.de)

Diese offensichtlich geschichtsrelativierenden und revisionistischen Öusserungen sind immer (und öffentlich) zu verurteilen, auch wenn diese Aussagen sechs oder mehr Jahre zurückliegen.

Sind die Piraten mehr als die Summe ihrer Mitglieder?

Es kann häufig vorkommen, dass eine Partei, und gerade eine so junge, eine Anlaufstelle für Menschen mit extremistischem Gedankengut ist. Diese haben natürlich bei derart horizontalen Hirarchien schnell die möglichkeit einen gewissen Status zu erlangen.
Gerade aus diesm Grund ist es wichtig, dass Parteien ihre Standpunkte zu Themen wie diesen öffentlich zur Sprache bringen und sich möglichst schnell von Personen distanziert, die bspw. den Holocaust leugnen, oder ein untragbares Verhalten an den Tag legen.

Warum tut die Piratenpartei dies nicht?

Für eine junge Partei, die sich aus einer Bewegung heraus gegründet hat in der es sich um sehr spezielle Dinge dreht ist es natürlich immer sehr schwer sich in anderen Themengebieten zu positionieren.
Das Hauptanliegen der Piraten sind einfach Themen wie das Copyright oder die Interntzensur, und auch nur aufgrund dieser Themen haben sie die möglichkeit so viele Mitglieder, mit sehr unterschiedlicher politischer Herkunft, unter einem Dach zu vereinen.
Ich frage mich, ob die Piratenpartei bewusst keinen ihrer Mitglieder öffentlich anprangern will, weil für sie jedes Mitglied wichtig ist, oder weil es noch keine Strukturen gibt um einen Parteiausschluss zu formulieren.

Die Frage, die sich die Piratenpartei stellen muss ist meiner Meinung nach die, ob sie einfach nur die Summe ihrer Mitglieder sein will, oder mehr.
Wer auf nationalem und internationalem Parkett ernst genommen werden will muss sich dessen bewusst werden.

Eine Partei, die auf so viele politische Fragen, und besonders auf Fragen von derartiger Relevanz, keine Antworten kennt ist für mich definitiv unwählbar.

Die Piratenpartei muss schnell handeln und ihre Fehler eingestehen.
Ein klareres Konzept und eine starke Position in Fragen, die die Grundfesten der Menschlichkeit betreffen, müssen schnell kommen.

Bis jetzt ist die Partei noch ein Haufen dummer Jungs (und Mädchen), die sich zu LAN-Partys treffen. Ich hoffe ihr könnt erwachsen werden!